Das Mackie Onyx 1640 ist ein klassisches analoges 16-Kanal-Pult mit klarer Studiologik: viele saubere Vorverstärker, flexible Aux-Wege, direkte Recording-Ausgänge und eine robuste Mechanik. Wer mit mehreren Mikrofonen, Synthesizern oder einem hybriden Home-Studio arbeitet, bekommt hier kein Luxus-Gadget, sondern ein Werkzeug für echtes Routing. Ich ordne die wichtigsten Daten ein, zeige die praxisrelevanten Funktionen und sage auch ehrlich, wo das Pult 2026 noch stark ist und wo moderne Alternativen bequemer sind.
Was du in der Praxis erwarten kannst
- 16 Mono-Kanäle mit Onyx-Vorverstärkern machen das Pult für Bands, Drum-Setups und größere Keyboard-Rigs interessant.
- Kanäle 1 und 2 nehmen Instrumente direkt per Hi-Z entgegen, sodass Gitarre oder Bass ohne externe DI-Box starten können.
- Sechs Aux-Wege, vier Subgruppen und individuell schaltbare Pre/Post-Pfade geben viel Spielraum für Monitore, Effekte und Submixes.
- 16 balanced Recording-Ausgänge auf DB25 sind für Multitrack-Tracking gedacht; ein optionaler FireWire-Weg ergänzt die DAW-Anbindung.
- Die Klangdaten sind stark: bis 50 kHz Frequenzgang, über 110 dB Dynamik und sehr niedriger Rauschabstand für ein analoges Pult dieser Klasse.
- In 2026 ist es vor allem ein Gebrauchtmarkt- und Hybrid-Setup-Thema, nicht mehr die bequemste All-in-one-Lösung.

Die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick
Technisch ist das Pult sehr konsequent aufgebaut. Es will nicht mit Effekten oder Spielereien punkten, sondern mit einem sauberen Signalweg, vielen nutzbaren Eingängen und genug Reserven für echte Aufnahmesituationen. Genau das macht den Reiz aus: Die Daten lesen sich nicht nur gut auf dem Papier, sie erklären auch die Praxis.
| Merkmal | Wert | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| Kanäle | 16 Mono-Kanäle | Genug Eingänge für Schlagzeug, Band-Tracking oder größere Hybrid-Setups. |
| Vorverstärker | 16 Onyx Mic Preamps | Sauberer Gain mit viel Headroom, also Sicherheitsabstand vor Verzerrung. |
| Instrumenten-Eingänge | Hi-Z auf Kanal 1 und 2 | Direkter Anschluss von Gitarre oder Bass ohne DI-Box. |
| EQ | 4-Band mit zwei sweepbaren Mitten | Deutlich flexibler als einfache 3-Band-Schaltungen. |
| Aux-Wege | 6, jeweils Pre/Post schaltbar | Sehr nützlich für Monitormixe und externe Effekte. |
| Subgruppen | 4 | Praktisch für Drum-Busse, Vocals oder Stems. |
| Direktouts | 16 balanced Recording Outputs über DB25 | Multitrack-Aufnahme mit sauberer Trennung der Kanäle. |
| Optionaler Computerweg | FireWire-Karte | Legacy-DAW-Anbindung für passende Alt-Setups. |
| Frequenzgang | 20 Hz bis 50 kHz (+0/−1 dB) | Sehr breite Übertragung mit offener Höhenwiedergabe. |
| Dynamikumfang | > 110 dB | Hilft bei dynamischen Quellen und reduziert das Gefühl von Enge. |
| Rauschen | EIN bis −129,5 dBu | Für ein analoges Pult bemerkenswert niedrig. |
| Phantomspannung | +48 V individuell pro Kanal | Flexibel für Mischbestückung aus Kondensator- und Dynamikmikrofonen. |
| Gewicht | 13,5 kg | Transportabel, aber nicht gerade leichtgewichtig. |
| Abmessungen | 617 x 442 x 191 mm | Mit Rackohren wird es mit 483 mm Breite für den 19-Zoll-Einbau relevant. |
| Strom | 100 bis 240 V, unter 80 W | Unkompliziert im deutschen Netzbetrieb. |
Die Kombination aus weiter Frequenzübertragung, hohem Dynamikumfang und relativ niedrigem Eigenrauschen ist der eigentliche Punkt. Ich würde das nicht als „hi-fi“ im Marketing-Sinn lesen, sondern als Hinweis darauf, dass das Pult bei sauberem Gain-Staging wenig im Weg steht. Damit ist die Technik eingeordnet, aber im Alltag entscheidet vor allem, wie die Kanalzüge und die Routing-Optionen zusammenspielen.
Warum die Kanalzüge im Alltag so gut funktionieren
Das Starke an diesem Pult ist nicht irgendein einzelnes Superfeature, sondern die Art, wie die Kanalzüge zusammenarbeiten. Ein sauberer Eingangsweg, brauchbare Klangregelung und direkte Wege zu Aux, Subgruppen und Main-Mix machen aus dem Mixer ein echtes Arbeitsgerät, nicht nur einen Verteiler.
Saubere Eingänge für Mikrofone und Instrumente
Jeder Mono-Kanal besitzt einen eigenen Vorverstärker, schaltbare 48-V-Phantomspeisung und einen Low-Cut-Filter. Das ist im Studio praktisch, weil ich nicht für jedes Mikrofon denselben Kompromiss eingehen muss. Wenn ein Kanal etwa für ein Kondensatormikrofon gedacht ist und der nächste für ein dynamisches Vocal oder ein Drum-Overhead, lässt sich das direkt pro Kanal anpassen.
- Hi-Z auf den ersten beiden Kanälen spart bei Gitarre und Bass eine zusätzliche DI-Box.
- Low-Cut hilft gegen Trittschall, Pop-Geräusche und unnötiges Rumpeln im Bassbereich.
- Channel Inserts vor dem EQ sind ideal, wenn du Kompressor oder Gate direkt in den Signalweg hängen willst.
EQ und Aux-Wege ohne Rätselraten
Der 4-Band-EQ ist für ein analoges Pult dieser Klasse erfreulich ernst gemeint. Die beiden Mittenbänder sind sweepbar, also in der Frequenz verschiebbar. Genau das macht den Unterschied, wenn du eine störende Resonanz aus einem Snare-Mikro oder aus einem synthigen Keyboard-Sound ziehen willst. Der EQ bypass ist dabei kein Gimmick, sondern ein schneller Realitätscheck, ob die Bearbeitung wirklich hilft oder nur lauter klingt.Die sechs Aux-Wege sind für mich einer der Hauptgründe, warum das Pult auch in einem kleinen Studio relevant bleibt. Vor allem die individuelle Pre/Post-Schaltung ist wertvoll: Pre-Fader für Monitore, Post-Fader für Effekte oder Mischformen dazwischen. Wer schon einmal mit einem einzigen starren Aux-Weg kämpfen musste, weiß, wie viel Zeit das spart.
Talkback, Solo und Subgruppen
Der eingebaute Talkback-Mikrofonweg ist ein typisches Feature aus einer Zeit, in der Pulte wirklich als Schaltzentralen gedacht wurden. Ich halte das für unterschätzt, weil es in der Praxis schlicht Kommunikation erleichtert: Ansagen auf den Kopfhörermix, kurze Hinweise an Musiker oder ein schneller Check in die Monitorwege. Dazu kommen Solo- und Mute-Funktionen sowie die vier Subgruppen, mit denen sich Signale sinnvoll bündeln lassen.
Genau an dieser Stelle wird aus einem großen Mischpult ein produktives Studiowerkzeug. Die Frage ist nur, in welchen Setups das tatsächlich hilft und wann ein kleineres, moderneres Gerät die bessere Wahl wäre.
Wie es sich in ein Home-Studio einfügt
Ich sehe das Pult vor allem dort stark, wo mehrere Quellen gleichzeitig zusammenlaufen: Schlagzeug, mehrere Mikrofone, Synthesizer, Outboard und Monitoring. Für einen reinen Singer-Songwriter-Workflow ist es meist zu groß, aber für hybride Studios bringt es Struktur in ein Setup, das sonst schnell aus Kabeln und Kompromissen besteht.
| Setup | Warum es passt | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Band-Tracking | Viele Eingänge, direkte Ausgänge und vier Subgruppen erleichtern paralleles Aufnehmen. | Genug Recording-Hardware und ein sauberer Verkabelungsplan sind Pflicht. |
| Drum-Aufnahmen | Aux-Wege für Monitor-Mixe und Inserts für Dynamikbearbeitung sind im Drumszenario sehr nützlich. | Das Pult braucht Platz und ein stabiles Case, wenn es regelmäßig bewegt wird. |
| Synth- und Hardware-Rack | Line-Signale lassen sich schnell bündeln und über Subgruppen oder Aux-Wege bearbeiten. | Ohne klaren Gain-Plan wird es unnötig laut oder unübersichtlich. |
| Hybrid-Setup mit Outboard | Inserts und Aux-Sends machen Kompressoren, Hallgeräte und externe EQs leicht integrierbar. | Eine Patchbay macht das Leben deutlich einfacher. |
| Rehearsal- oder Projektstudio | Robuste Bauweise und direkter Zugriff sind im Alltag oft wertvoller als Menüs und Touchscreens. | Das Gewicht von 13,5 kg ist transportabel, aber nicht gerade „mal eben“. |
Multitrack über die Recording-Ausgänge
Die balanced Recording-Ausgänge auf zwei DB25-Anschlüssen sind für mich der sauberste Studioweg mit diesem Pult. Damit kannst du die Kanäle getrennt an ein Mehrkanal-Interface oder einen Recorder schicken, ohne den Summenmix zu opfern. Der praktische Haken ist banal, aber wichtig: Du brauchst passende Breakout-Kabel und musst die Verkabelung ordentlich planen. Wer das sauber löst, bekommt ein sehr flexibles Tracking-Frontend.
Mit dem optionalen FireWire-Weg
Der optionale FireWire-Kartenweg war damals die Brücke zur DAW. Aus heutiger Sicht würde ich ihn nur noch als Bonus und nicht als Kaufargument betrachten, weil er an eine passende Legacy-Umgebung gebunden ist. Wenn du ohnehin mit älterer Hardware arbeitest, kann das sinnvoll sein; für ein modernes Rechner-Setup ist der direkte DB25-Weg plus separates Interface meistens die robustere Lösung.
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Warum die Subgruppen mehr als ein Nebendetail sind
Vier Subgruppen klingen auf dem Papier unspektakulär, im Alltag sind sie aber enorm praktisch. Ich nutze so etwas gern, um Drum-Kits, Backing Vocals oder mehrere Synths gemeinsam zu steuern, bevor sie im Main-Mix landen. Dadurch wird das Pult nicht nur zum Summierer, sondern zu einem echten Mischwerkzeug mit Struktur.
Wenn das Pult so klar auf Routing und Multitrack angelegt ist, stellt sich als Nächstes die Frage, worauf man beim Gebrauchtkauf achten sollte, damit aus dem guten Konzept kein Reparaturprojekt wird.
Worauf ich bei einem Gebrauchtkauf achten würde
2026 ist das Pult vor allem ein Gebrauchtmarkt-Thema. Genau deshalb würde ich weniger auf „was kann es theoretisch?“ schauen und mehr auf Mechanik, Kontaktqualität und vorhandenes Zubehör. Ein alter Mixer kann noch hervorragend klingen, aber ein verschlissener Signalweg kostet Zeit, Nerven und oft auch Geld.
| Prüfpunkt | Warum wichtig | Typisches Warnsignal |
|---|---|---|
| Fader und Potis | Sie entscheiden darüber, wie direkt und präzise sich der Mix fahren lässt. | Kratzen, Sprünge im Pegel oder ungleichmäßiger Lauf. |
| Phantomspannung pro Kanal | Wichtig für Kondensatormikrofone und gemischte Mikrofonbestückung. | Ein Kanal liefert kein sauberes 48-V-Signal. |
| Low-Cut, Mute und Solo | Diese Schalter werden oft benutzt und sollten zuverlässig reagieren. | Wacklige Taster oder unklare Schaltpunkte. |
| DB25-Ausgänge | Die Recording-Routing-Kette steht und fällt mit diesen Anschlüssen. | Verbogene Pins, lockere Buchsen oder Korrosion. |
| Talkback und Kopfhörerausgang | Gerade im Band- und Studiobetrieb ist das sehr nützlich. | Kein Signal, Rauschen oder sehr schwacher Pegel. |
| Rotopod-Mechanik | Die drehbare Anschlusssektion ist praktisch, wenn das Pult in ein Rack oder an eine Wand muss. | Schwergängige oder beschädigte Drehmechanik. |
| Netzkabel und Netzteilverhalten | Der Anschluss sollte in Deutschland problemlos laufen und mechanisch stabil sitzen. | Wackelkontakt oder ungewöhnliche Wärmeentwicklung. |
| Optionale FireWire-Karte | Nur relevant, wenn du diese Legacy-Anbindung wirklich nutzen willst. | Vorhanden, aber ohne passende Gegenhardware nutzlos. |
Ich würde außerdem auf Geruch, Staub, verschlissene Beschriftung und saubere Erdung achten. Das sind keine Glamour-Themen, aber sie verraten oft, wie gut ein Gerät behandelt wurde. Gerade bei einem so großen Pult gilt: Ein ordentliches Exemplar ist meist mehr wert als ein billiger Kauf mit späterem Ärger. Damit ist die Gebrauchtseite geklärt, und jetzt lässt sich ziemlich klar sagen, für wen sich das Pult wirklich lohnt.
Welche Studio-Setups davon am meisten profitieren
Am überzeugendsten ist das Pult für Anwender, die bewusst analog arbeiten wollen und viele Signale gleichzeitig kontrollieren müssen. Ich denke dabei vor allem an vier Szenarien: Band-Aufnahmen mit mehreren Mikrofonen, Drum-Tracking mit separaten Monitorwegen, Synth- und Hardware-Setups mit viel Line-Pegel sowie hybride Studios mit externen Effekten und Kompressoren.
- Sehr passend für Nutzer, die Fader, Aux-Wege und Subgruppen wirklich nutzen.
- Sehr passend für Projekte mit mehreren Quellen, die separat aufgenommen werden sollen.
- Nur bedingt passend für Minimal-Setups, die vor allem aus Laptop, einem Mikrofon und Kopfhörern bestehen.
- Nur bedingt passend für Anwender, die sofort USB-Multitrack, integrierte Effekte und komfortable Scene-Recall-Funktionen erwarten.
Für mich ist das der Kern: Das Onyx-Pult lohnt sich immer dann, wenn du einen echten analogen Arbeitsfluss willst und die Signale mit der Hand statt über Menüs kontrollierst. Wenn dein Alltag dagegen möglichst kompakt, computerzentriert und ohne Zusatzverkabelung funktionieren soll, ist ein moderner USB-Mixer oder ein separates Mehrkanal-Interface meist die ruhigere, schnellere Wahl.
